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Naturschutzgebiete

Natur

In der Woiwodschaft Warmińsko-Mazurskie wurden 104 Naturschutzgebiete mit einer Gesamtfläche von 30 013,33 ha ausgewiesen. Sie wurden in Tier-, Pflanzen-, Landschafts-, Wald-, Moor-, Steppen-, Wasser- und Felsenschutzgebiete eingeteilt. Nachstehend werden kurze Beschreibungen einzelner Naturschutzgebiete angeführt, welche die jeweiligen Schutzgegenstände repräsentieren. 

Das Tierschutzgebiet „ Jezioro Łuknajno“ (der Łuknajno-See) wurde 1947 ausgewiesen. Der See wird seit langer Zeit auch der Schwanensee genannt. In manchen Publikationen kann man lesen, dass im Tierschutzgebiet „Jezioro Łuknajno“ etwa 2000 Schwäne nisten. Diese Informationen beruhen allerdings auf einem Missverständnis. Schwäne haben einen bestimmten Flächenanspruch, sie könnten nicht „zusammengepfercht“ nisten. Sie würden dann ihre Brutreviere verteidigen und sich gegenseitig große Verluste beibringen. Der See bietet lediglich etwa 20 Schwanenpaaren Brutplatz. Wahr ist dagegen, dass sich etwa 2000 Schwäne vorübergehend auf dem Luknajno-See aufhalten. Sie suchen zum Wechsel des Federkleides einen möglichst sicheren Ort auf, einen flachen See mit genügend Unterwasserpflanzen, insbesondere Armleuchteralgen. Der Luknajno-See bietet den Vögeln geradezu ideale Bedingungen. Im Vogelschutzgebiet „Łuknajno“ nisten 96 Vogelarten, u.a.: der Hauben-, Rothals-, Schwarzhals- und Zwergtaucher, die Rohr- und Zwergdommel, die Spieß-, Löffel- und Kolbenente, die Rohr- und Wiesenweihe,  der Baumfalke, das Tüpfelsumpfhuhn, kleines Sumpfhuhn, Wachtelkönig, Fluss-Seeschwalbe und Trauerseeschwalbe, Bartmeise. Heute ist der See einer der 10 Rückzugsräume des Kleinen Sumpfhuhns, bedeutend ist auch die hiesige Rohrdommel-Population. In der Nähe des Sees nisten Greifvögel, die hier öfters ihre Beute suchen. Es sind der Schreiadler, der Schwarz und Rotmilan, Wespenbussard, der See- und Fischadler. Ein besonderes Spektakel bieten jagende See- und Fischadler, die man von mehreren Hochsitzen aus beobachten kann. Das Vogelschutzgebiet „Jezioro Łuknajno“ hat eine Fläche von 680 ha, wurde in die Liste der UNESCO-Biosphärenreservate eingetragen, steht auf der liste der naturgeschützten Ramsar -Sumpfgebiete, es wurde auch zum Vogel-Sonderschutzgebiet Natura 2000 erklärt.

Piecki, tel. + 48 89 742 14 58, tel./fax + 48 89 742 14 05
www.mazurskipark.pl

Das Landschaftsschutzgebiet „Quellen des Flusses Łyna“ wurde 1950 ausgewiesen. Etwas östlich vom Dorf Łyna im Kreis Nidzica erstreckt sich eine ausgedehnte Bodenvertiefung mit zahlreichen querverlaufenden Schluchten sowie Tälern mit steilen Hängen. An diesen Hängen befinden sich zahlreiche Sickerquellen aus denen Tropfen für Tropfen Wasser herausrinnt und unzählige kleine Bäche bildet, die sich nachher in der Mitte der Bodenvertiefung vereinigen und dem größten Fluss der Region, der Łyna den Anfang geben. Obwohl das Wasser nicht sehr intensiv herausdringt, nimmt es die Sandkörner von dem Talhang mit, was mit der Zeit zum Abrutschen der Sandschicht führt. Dieser Prozess hatte den Namen der Rückerosion erhalten. Da durch diesen Prozess in den Talhängen halbkreisförmige, Amphitheaterähnlich gelegene Nischen entstehen, werden sie Wasserzirkusse genannt. Die aus diesen Nischen herausdringenden Rinnsale fließen dann zu immer größeren Wasserläufen zusammen. Diese stürzen dann in die tiefer gelegene, 60 m in den Boden eingeschnittene Schlucht ab, um sich an ihrem Ende zu einem Wasserlauf zu vereinigen. Früher nutzte man gerne die Wasserkraft als Energiequelle. Deshalb existiert auch im oberen Teil des Flusstales eine alte Wassermühle – heute außer Betrieb und im verfallenen Zustand. Den Talboden sowie die Talhänge sind mit 100-120 Jahre altem Hainbuchenwald bestanden. In den tiefer gelegenen Partien dominiert ein Erlen- und Eschenauenwald. Die interessanten hydrobiologischen Erscheinungen sowie der naturkundliche Wert der größtenteils naturnahen  Pflanzen- und was damit zusammenhängt auch der Tierwelt sind hier Naturschutzgegenstand. Das Naturschutzgebiet der Łyna-Quellen wurde nach dem Professor Roman Kobendza benannt, zum Andenken an seine Verdienste auf dem Gebiet des Naturschutzes in Masuren. Das Reservat ist für die Besucher zugänglich. An seinem Rand wurden Parkplätze errichtet, im Reservat machen zahlreiche Treppen, Brücken, Aussichtsplatformen es möglich, die interessanten Erscheinung der Erosion zu beobachten, ohne die Talhänge zu zerstören. Die interessanteren Lehrpfade sind markiert und mit gut aufgearbeiteten Informationsschildern versehen. 

Tourist Information in Nidzica tel. + 48 89 625 54 68
www.nidzica.pl

Das Kiefernwaldschutzgebiet „ Sosny Taborskie“ wurde 1957 ausgewiesen. Naturschutzgegenstand sind hier die alten Bestände der sog. Kiefer von Tabórz. Diese Kiefern sind hochaufgeschossen, mit hochangesetzter Krone, knorrenlos, dank der gleichmäßigen, schmalen Jahresringe zeichnen sie sich durch eine hohe Belastbarkeit aus. In den vergangenen Epochen war das Holz für den Schiffbau, insbesondere für die Mastbäume eine politische Ware. Es liegen Urkunden vor, aus denen hervorgeht, dass die dänische Königin 1568 den Wunsch hatte, die Kiefern von Tabor für ihre Flotte  anzukaufen. Für diese Kiefernart interessierten sich auch die französischen Wissenschaftler, die die Armee Napoleons begleiteten. Sie haben die Samen erworben, um in ihrem Land diese Bäume aufzuziehen in der Hoffnung auf diese Weise die wertvollen Mastbäume zu erhalten. In der Weltausstellung in Paris bekam die Kiefer von Tabórz, die unter dem Namen „ bois du tabre“ präsentiert wurde, die Auszeichnung das beste Kiefernholz der Welt. Im Zeitalter der Segelschiffe, erfreuten sich die Kiefern aus dem Ostseegebiet als Mastbäume der höchsten Anerkennung. Ende des 18. Jh. war eine solche Kiefer 1,5 kg Gold wert. Die Kiefern von Tabórz kosten keine 1,5 kg Gold mehr, man kann sie aber immer noch im Waldgebiet „Lasy Taborskie“ bewundern. Im Naturschutzgebiet kann man noch solche 240 – 260 Jahre alte Bäume antreffen. Wegen ihres Alters weicht die Kiefer anderen Baumarten wie Buche, Eiche, Hainbuche – es erfolgt eine natürliche Sukzession der Baumbestände. Das Naturschutzgebiet hat eine Fläche von 95,32 ha, es liegt bei dem Dorf Tabórz in der Gemeinde Łukta, im Forstbezirk Miłomłyn. Am Rand des Reservates wurde ein Parkplatz errichtet sowie Informationstafeln aufgestellt. 

Miłomłyn tel. + 48 89 647 30 56
www.olsztyn.lasy.gov.pl

Das Moorschutzgebiet „Zakręt“
wurde 1959 ausgewiesen und 1982 erweitert. Wanderer, die von der Ortschaft Krutyń nach Westen, in Richtung des Mokre-Sees gehen, treffen bereits nach etwa 300 m hinter dem Fluss, an einer Weggabelung auf eine mächtige, ca. 260 Jahre alte Eiche, die zum Naturdenkmal erklärt wurde. Ein weiteres Naturdenkmal, das sog. „Verliebte Paar“ befindet sich etwa 250 m weiter. Es sind eine stattliche, zweihundertjährige, hochaufgeschossene Kiefer und sie mit ihren Ästen umschlingende, jüngere und kleinere Eiche. Dieses Denkmal befindet sich am Rande des Naturschutzgebietes. Das Reservat ist bekannt durch seine dystrophen Seen mit schwimmenden Moospolstern. Dystrophe Seen sind inmitten von Wald gelegene kleine Gewässer, durch Humus und Torfschlamm braun gefärbt. Die Ufer von solchen Seen werden langsam mit Torfpolstern zugedeckt, die sich über die Wasserfläche erstrecken. Diese Torfdecke wächst ungleichmäßig zu, es bilden sich Halbinseln, auf denen mit der Zeit außer dem Torfmoos,  dem fleischfressenden Sonnentau und anderen Kräutern sich auch Sträucher und Bäumchen – Kiefer-Sämlinge – ansiedeln. Es kommt nicht selten vor, dass der Wind in die Baumkrone wie in einen Segel bläst und ein Fragment des auf dem Wasser schwimmenden Torfpolsters abreißt. Auf diese Weise entsteht eine „Insel“, die auf dem dunklen Wasser treibt. Das Naturschutzgebiet „Zakręt“ kann man erkunden, indem man auf dem ausgeschilderten Weg wandert. Bei etwas Glück kann man einen Schwarm Haselhühner, schwimmende Schellenten, Gänsesäger, czernice, oder einen durch den Moor schreitenden Waldwasserläufer antreffen. Wanderer, die von dem Ostrand des Reservates in Richtung Krutyń zurückkommen, treffen auf die uralte, masurische Zeideleiche treffen, mit dem Rest einer Leiter, die zur Baumhöhle führte, wo sich noch im Sommer 1976 ein Waldbienennest befand.

Strzałowo 2 , tel. +48 89 742 11 65
www.olsztyn.lasy.gov.pl

Das Pflanzenschutzgebiet „Jezioro Francuskie“ („Franzosensee“) wurde 1963 ausgewiesen. Es liegt auf den Anhöhen Wzgórza Dylewskie in der Nähe der Ortschaft Wysoka Wieś. Schutzgegenstand sind der kleine, dystrophe See mit dem umgebenden Moor, und dem angrenzenden Waldgebiet. Das Naturschutzgebiet wurde ausgewiesen, um den Standort der Reliktpflanze Heidelbeer-Weide  sowie ein gut erhaltenes Fragment vom Buchenwald. Die charakteristische Oberflächengestaltung hatte zur Herausbildung unterschiedlicher Ökosysteme geführt. So existieren dicht nebeneinander auf einem relativ kleinen Gelände Wasser-, Moor- und Waldgebiet, mit den jeweils typischen Pflanzengesellschaften. Man kann hier seltene und gefährdete Pflanzenarten antreffen, insbesondere Moorpflanzen. Zu den wertvollsten Arten gehören neben  Heidelbeer-Weide auch: Torfmoose ( einige Arten), Seidelbast, Schlamm-Segge, Wurmfarn, Rundblättriger Sonnentau, Efeu, Gelbe Teichrose, Sprossender Bärlapp. Eine Aufmerksamkeit verdienen besondere Waldtypen: der Moorbirkenwald, Mischfeuchtwald, zwei Ausprägungen vom Buchenwald, Hainbuchenwald. Das Naturschutzgebiet hat eine Fläche von 15,03 ha, der See nimmt 2,52 ha ein. Es wäre interessant zu erwähnen, wo der Name des Sees herkommt. Wie aus den bestehenden Urkunden hervor geht, haben die Dorfbewohner während der Napoleonkriege aus Rache französische Soldaten dort ertränkt. 

Jerzwałd tel./fax + 48 89 758 85 27
www.parkiwim.samorzady.pl

Das Wasserschutzgebiet „Der Fluss Drwęca“ mit einer Fläche von 1888,27 ha wurde 1961 ausgewiesen um den Lebensraum vieler Fischarten zu erhalten (insbesondere Forelle, Lachs, Lachsforelle und Zärte). Die Quellen der Drweca befinden sich  191 m ü.d.M, die Mündung dagegen liegt in Złotoryja (Woiwodschaft Kujawsko-Pomorskie), 39 m ü.d.M. Das starke Gefälle der Drwęca und ihrer Nebenflüsse bewirkt, dass diese Wasserläufe sauerstoffreichen Gebirgsbächen gleichen. Solche Gewässer bieten seltenen Fisch- und Neunaugenarten Lebensraum. Eingehende Untersuchungen der Drweca in den 50-er Jahren haben das Vorkommen von 34 Fischarten nachgewiesen, darunter Lachs, Lachsforelle, Forelle und Zärte. Mit der zunehmenden Wasserverschmutzung, infolge der Flussregulierung sowie der rapiden Entwicklung der Lachs-Fischerei  auf der Ostsee hatten zur Folge, dass Ende der 80-er Jahre keine polnischen Lachse mehr gab, d.h. es gab keine Lachse mehr, die zum Laichen in die polnischen Flüsse aufsteigen  würden. Dann entstand das „Projekt zur Wiedereinführung der Lachse nach Polen“. Ichthyologen haben  laichende Lachse aus dem Fluss Dźwina erworben und die Brut in sicheren Teichen aufgezogen. Junge Fische wurden dann ab 1995 in die polnischen Flüsse, u.a. Drweca ausgesetzt. Heranwachsende Lachse steigen in die Ostsee ab um nach der Geschlechtsreife zum Laichen in die Heimatflüsse zurückzukehren. Zwei von den 3 existierenden Lachsarten, kommen in der Drwęca vor: die Bachforelle (ein Standfisch) und die Lachsforelle (ein Wanderfisch). Die letztere, ähnlich wie der Stör, der Lachs und die Zärte verbringt ihr Leben teils im Süßwasser und teils im Meer. Außer diesen Sonderbarkeiten der Drwęca-Fauna verdienen die gewöhnliche und die sibirische Groppe, das Flussneunauge, der Fischotter, der Biber, der Eisvogel, die Wasseramse eine Aufmerksamkeit. In der Nähe des Flusses kann man See-, Schreiadler und Schwarzstörche antreffen.

Olsztynek tel. +48 89 519 42 82
www.powiat-nowomiejski.pl

Das Schutzgebiet der unbelebten Natur „Koniuszanka I“ wurde 1978 ausgewiesen, um die Erscheinung der Wassersuffusion zu erhalten. Der in der Nähe der Ortschaft Wietrzychowo entspringende Fluss Napiwodzka Struga durchfließt das Dorf Napiwoda um nach 3-4 km zwischen den Waldsiedlungen Rakarnia und Moczysko im Sand zu versickern.  Er tritt dann wieder als Flüsschen Koniuszanka aus der Erde aus. Dieses fließt zuerst zum Koniuszyn-See und dann zum See Omulew. Zwischen Rakarnia und den Koniuszanka- Quellen befinden sich sog. Suffusionstrichter, welche den Weg der unterirdischen Wasserströmungen markieren. Diese Trichter weisen verschiedene Tiefen auf ( von über 10 cm bis 3 m). Sie entstehen wenn kleinere Bodenteilchen aus einem gröberen Korngerüst ausgespült werden und die obere Bodenschicht an diesen Stellen absackt. Das Schutzgebiet hat eine Fläche von 24,04 ha. Interessant ist die Herkunft mancher Ortsnamen , die offensichtlich mit der Erscheinung der Wassersuffusion zusammenhängt. Napiwoda (zur „deutschen“ Zeit Nappiwode) leitet sich ohne Zweifel vom Ausdruck „Napij wody“ (Wasser trinken) ab. Man hatte sicherlich gemerkt, dass das Land hinter dem Dorf das Wasser des Flusses „austrinkt“. Das andere Dorf – Moczysko (früher Moczisko, dt. etwa „im Wasser liegen“) liegt an einer abflusslosen Bodenvertiefung in die beim größeren Wasserstand das Wasser aus der Napiwodzka Struga abfließt und sich dort sammelt, um mit der Zeit zu versickern oder abzudampfen.  

Nidzica tel. + 48 89 625 28 41, +48 89 625 28 79
www.olsztyn.lasy.gov.pl

Das Steppenschutzgebiet „Kulka“ wurde 1955 ausgewiesen, um ein Mischwaldfragment mit Standort pontischer Flora zu erhalten. Es sei jedoch betont, das das Schutzgebiet „Kulka“ keine Steppe im wahren Sinne des Wortes ist, es ist lediglich Standort von Steppenpflanzen und sollte eigentlich als ein Pflanzenschutzgebiet klassifiziert werden. Das Reservat erstreckt sich in einem schmalen Streifen (12,39 ha) auf dem östlichen, steilen Ufer des Łęsk-Sees. Es kamen hier typische Steppenpflanzen vor: Wiesen-Kuhschelle, Sand-Esparsette, zottiger Spitzkiel, gelbe Skabiose, Karthäuser-Nelke, gemeiner Odermennig, Hügel-Klee, schwarzwerdende Platterbse, Schwalbenwurz, pfirsichblättrige Glockenblume, Finger-Küchenschelle, Lupinen-Klee. Der Anteil von kserophyten Pflanzen in diesem Schutzgebiet geht allmählich zurück, weil man auf extensive Weidemethoden verzichtet hat, weil die Wiesen immer stärker mit Adlerfarn und Sträuchern bewachsen, weil das dichte Kronendach nur wenig Licht einfallen lässt und die lichtbedürftigen Pflanzenarten weniger günstige Lebensbedingungen haben.

Korpele tel. +48 89 624 22 58, +48 89 624 22 57
www.olsztyn.lasy.gov.pl

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